Kefas Welt

aus dem Leben einer Referendarin

Cache-Wochenende

Posted By Kefa on 23. März 2009

Vorweg muss ich vielleicht erwähnen, dass Cacher, die die hier erwähnten Caches noch heben wollen, vielleicht lieber nicht weiter lesen sollten. Ich versuche, mich recht vage zu halten, aber womöglich verrate ich an der einen oder anderen Stelle zu viel. Andererseits möchte ich natürlich versuchen, den Leuten, die mehr über das Cachen erfahren wollen und das noch gar nicht kennen, einen möglichst genauen und verständlichen Eindruck zu verschaffen.Irgendwie ist das Berichten übers Cachen gar nicht so einfach :-D

Wir haben jedenfalls das schöne Wetter am Wochenende genutzt und jede Menge Caches gemacht.

Angefangen haben wir am Freitag Abend mit einem recht spontanen Nachtcache in der Nähe des Schönebecker Schlosses. Baum musste nämlich unbedingt einen Travel Bug (Was das ist, erklär ich gleich noch) weitergeben, den wir gemeinsam in einem Nachtcache am Weserwehr gefunden hatten. Trotz kurzfristiger Planung begleitete uns auch Voy bei dieser Aktion.

Der Nachtcache war schon mal ziemlich cool, weil der mitten durch einen Wald und durchs Moor ging. Bewaffnet mit Taschenlampen, stapften wir also durch die Gegend und suchten reflektierende Heftzwecken-große Kleber oder Schilder, die uns den Weg wiesen. Zwischendurch mussten wir Stationen finden, an denen wir noch weiterführende Hinweise suchen und entschlüsseln mussten (z. B. codierte Koordinaten). Glücklicherweise hatte ich bei diesem Cache schon eine eigene Taschenlampe, den letzten hab ich noch ohne mitgemacht. Das ist gar nicht lustig, wenn man immer darauf angewiesen ist, dass andere einem vor die Füße leuchten, vor allem, wenn man durch unwegsames Gelände geht… Auch mit eigener Taschenlampe muss man sowohl auf den Weg als auch auf Reflektoren achten. Die sind natürlich auch nicht dicht an dicht platziert, insofern bekommt man schnell Probleme, wenn man mal einen übersieht. Denn im Wald gibt es keine Wege, die einem die Richtung weisen. Schwierig wirds außerdem, wenn man (mehr oder weniger) natürliche Barrieren wie Flüsse oder unpassierbares Moor und mit Stacheldraht abgesperrte Felder überwinden muss. Das Navi hat zwar Kartenmaterial (OpenStreetMaps), aber mitten im Wald oder Moor sind verständlicherweise keine Wege eingezeichnet, weil es da keine gibt ;) . Da steht man da schon mal im Dunkeln, das Ziel ist 200m entfernt, aber man hat keinen Plan, wie man es erreichen soll. In solchen Fällen teilt sich gerne mal die Gruppe (“Ich geh mal hier gucken” “Und ich hier”) und dann steht man da allein im Wald… Nach einer sehr lustigen Runde durch den düsteren Wald und mehreren Verwirrungen, haben wir aber den letzten Wegpunkt, das Final, doch noch gefunden. Aber was nun?! Ein Reflektor an einem Baum sagte uns, hier sind wir richtig. Aber was sollten wir hier nun tun?! Von dem Cache war weit und breit nichts zu sehen, auch nach einer gründlichen Suche fanden wir nichts. Erst als wir schon etwas verzweifelt unseren Blick absichtlich etwas weiter schweifen ließen, entdeckten wir ein Hilfsmittel, was etwas weiter weg stand. Nachts guckt man ja nicht so weit ;) . Zunächst ließ uns das Hilfsmittel noch mehr verzweifeln (“Was zur Hölle sollen wir nun damit??”). Wie auch schon eine Cachergruppe vor uns, wie sie in ihrem Log schrieb, fanden wir den Schatz letztendlich nur, weil Baum mit dem Hilfsmittel frustriert durch die Gegend ging und relativ wahllos damit in den Boden stieß. Das Versteck war echt super getarnt und professionell befestigt, aber so konnten wir doch noch Dr. Doom wieder auf die Reise schicken. Dr. Doom ist ein Travel Bug, welcher von Cache zu Cache reisen soll. Man findet solche TB’s öfter mal in den Schätzen und darf sie dann mitnehmen, soll sie aber möglichst schnell wieder auf die Reise schicken. Jeder TB hat eine Nummer eingestanzt, mit Hilfe derer man im Internet nachgucken kann, wem der TB gehört, wo er schon überall war und wohin er reisen soll. Selbstverständlich muss man dann selber den Erhalt bzw. das wieder Weggeben des TB’s auf der Seite dokumentieren, damit der “Owner” weiß, wo sich sein TB gerade befindet. Dr. Doom ist beispielsweise ein TB mit einer Gummiratte dran, der unbedingt nur im Dunkeln (Nachtcaches) reisen will.

Nach dem erfolgreichen und spannenden Freitag Abend haben Fenris und ich am Samstag Nachmittag einen Ausflug nach Grambke gemacht. Dort hatten wir noch einen Cache offen, den wir aufgrund von Schneesturm im Januar nicht beenden konnten, weil wir den letzten Hinweis nicht finden konnten. Nach einem netten Kontakt mit dem Cache-Owner sind wir Samstag fündig geworden und haben außerdem gelernt, dass in eine anständige Cacherausrüstung noch eine Pinzette, ein Spiegel, eine Kamera und Pflaster gehören. Man sollte allerdings daran denken, dass mit dem Spiegel abgelesene Koordinaten logischerweise spiegelverkehrt sind. Hinterhältig wird es, wenn in den Zahlen nur 0, 8, 6, 9, 5 und 2 vor kommen. Den Cache konnten wir dann aber noch immer nicht heben, weil ziemlich genau bei der Zielkoordinate eine Gruppe Jugendlicher herum saß. Sie sahen nicht so aus, als würden sie in naher Zukunft weiter ziehen, also haben wir unsere anderen Ziele in Grambke angesteuert (Das war übrigens auch besser so, denn aufgrund der Spiegelproblematik hatten wir zunächst die falschen Koordinaten abgelesen *doh*). Besonders schön ist die Kirchenreihe in Bremen, die uns schon zu diversen Kirchen und Moscheen geführt hat. Abschließend sind wir noch zu einem kleinen Multi am Sportparksee gefahren, in dem ich meine erste eigene Geocoin gefunden habe. Geocoins funktionieren eigentlich so ähnlich wie TB’s, nur dass sie meistens wohl keinen Anhänger dabei haben. Auch sie haben eine eingravierte Nummer, anhand derer man Informationen über sie bekommen kann und sie loggen muss, wenn man sie mitnimmt. Auch sie haben ein Ziel (vom Owner festgelegt) und man ist dazu angehalten, die Münze in die richtige Richtung weiter zu schicken. Das besondere an dieser Coin war, dass sie noch nicht aktiviert war, d. h., sie hatte noch keinen Owner. Sie ist ein Geschenk an den Erstfinder des Caches vom Cache-Owner, den er nach einer kleinen Cache-Wartung hinein gelegt hatte. Inzwischen habe ich die Geocoin natürlich aktiviert und ein Ziel festgelegt. So sieht sie nun aus: “Bremer Stadtmusikaten auf Welttournee“. Ich bin mal gespannt, welchen Weg sie so nehmen wird. Ich denke, ich werde sie am besten in der Nähe des Flughafens deponieren, wenn ich sie los schicke :)

Am Sonntag waren wir dann zum Familiencachen verabredet. Eine Freundin von mir wollte samt Familie auch mal mitkommen und das Cachen kennenlernen. Wir hatten einen kinderfreundlichen Cache heraus gesucht und machten uns Sonntag Nachmittag auf den Weg in die Nähe des Behlingsees. Bei diesem Cache war lustigerweise dermaßen der Wurm drin, dass wir bestimmt doppelt so lange brauchten, wie eigentlich nötig gewesen wären. Wir haben uns dauernd verrechnet oder die Aufgaben nicht richtig gelesen, so dass wir an zwei Wegpunkten bald verzweifelt wären und fast aufgegeben hätten, weil wir die falschen Koordinaten hatten. Es bietet sich doch an, dass die Aufgaben an den einzelnen Stationen abfotografiert werden, damit man später noch mal nachlesen kann. Eine weitere Sicherheitsmaßnahme sollte sein, dass MEHRERE Leute unabhängig voneinander die Aufgaben lösen und am Ende verglichen wird. Trotzdem hat es unseren Cache-Gästen glücklicherweise sehr gefallen und sie waren sicherlich nicht das letzte Mal dabei :)

Ein großes Lob an dieser Stelle an die Kinder, die zum Glück sehr geduldig waren und kaum gemurrt haben, als wir dauernd feststellten, dass die Erwachsenen sich SCHON WIIIIEDER vertan hatten. Und ohne unseren kleinsten Cachegast (sie besucht gerade die erste Klasse) hätten wir an dem einen Wegpunkt den Hinweis wohl NIE gefunden, weil wir da einfach nicht drunter gepasst hätten… Aber auch das andere Extrem war von Nöten: hätte Fenris mit seinen 2,04m einmal nicht einen langen Arm gemacht, hätten wir anderen wohl klettern müssen. Man sollte immer Cacher jeglicher Größe dabei haben :)

Insofern hatten wir ein super Cache-Wochenende, wenn auch mit Hindernissen, aber ich glaube, das sind einfach Erfahrungswerte, die man am Anfang erstmal sammeln muss. Jeden Fehler, den man macht, bezahlt man mit Metern, die man zu viel läuft :-D . Naja, aber dann lernt man wenigstens die Gegend mal kennen, höhö…

Ich freu mich jedenfalls schon auf besseres Wetter, damit wir unsere nächsten Ausflüge planen können. Außerdem muss ich jetzt noch ein kleines “Booklet” für meine Coin basteln, damit sie endlich los kann zur Golden Gate Bridge.

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