Kefas Welt

aus dem Leben einer Referendarin

Robotik in der Grundschule?

Posted By Kefa on 28. Januar 2009

Wie ich schon mal berichtete, betreue ich seit den letzten Sommerferien eine Robotik AG an einer Grundschule in Bremen. Die AG ist nur für die vierten Klassen gedacht, und ich habe dieses Halbjahr mit 9 Kindern meine ersten Erfahrungen mit den Lego Mindstorms NXT Robotern gemacht. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, als sich die Lieferung der Roboter verzögerte und ich darum die Grundlagen zur Programmierung erstmal ohne die spätere Software eingeführt hab, bauten die Kinder aber, was das Zeug hält. Ich war erstaunt, wie schnell die ersten die Roboter zusammen gebaut hatten. Es stellte sich zwar im Nachhinein heraus, dass zu schnelles Bauen viele Flüchtigkeitsfehler beinhaltet, aber auch das war eine wichtige Erfahrung, sowohl für die Kinder als auch für mich.

Geistige Notiz für mich: im nächsten Durchlauf auch die einzelnen Baumodule testen lassen und “absegnen”, bevor weiter gebaut werden darf. Außerdem wird für den nächsten Kurs eine Einführung zur Rechnerbenutzung vorgeschaltet, denn trotz “Computerführerschein” hatten einige leichte Probleme mit dem Abspeichern und Öffnen sowie Wiederfinden von Dateien.

Heute fand nun eine Monatsfeier statt, bei der unsere Truppe ihre Ergebnisse präsentieren sollten. Nachdem letzte Woche noch zwei Gruppen ihre Roboter haben fallen lassen (natürlich passiert sowas genau eine Woche vor der Präsentation) und die Batterien plötzlich alle zeitgleich alle waren, haben wir es doch geschafft, heute auf der Bühne zu zeigen, was die Roboter können.

Auch heute habe ich gleich eine Verbesserungsmöglichkeit für nächstes Halbjahr aufgetan: Man sollte die Vorstellung live filmen und an die Wand werfen. Für eine ganze Aula voll Schüler sind die Roboter einfach zu klein, auch wenn sie auf zwei Beinen stehen.

Hier seht ihr nun unsere Robbis, natürlich alle erstmal nach Anleitung gebaut. Für den Anfang war das sicherlich das einfachste, da noch keiner der Schülerinnen oder Schüler Erfahrungen mit sowas hatte.

spike1

spike2

Dies ist der skorpionähnliche Roboter Spike. Die Kinder haben im noch eine Nadel an den Stachel gebaut, damit er bei der Aufführung einen Luftballon zerplatzen lässt, wenn er ihm vor den Sensor kommt. Hat glücklicherweise gut geklappt :)

alpharex

Zwei der menschenähnlichen Roboter. Hier gab es hauptsächlich Probleme beim Laufprogramm, da die ganzen Zahnräder kompliziert zusammenzubauen sind. Ich befürchte, da haben einige zu schnell gebaut und zu wenig kontrolliert. Aber auch diese Roboter konnten zumindest zu Musik tanzen und im Dunkeln rufen :)

Zu guter Letzt hatten wir noch einen Kran, von dem ich leider kein Foto habe, das ich so ins Netz stellen kann. Ich versuche, morgen noch eins zu machen. Der Kran konnte jedenfalls rote und blaue Bälle auseinander halten. Dann nahm er den roten Ball auf und beförderte ihn an eine andere Stelle.

Update: Hier nun Bilder von dem Kran Wolly

wolly

Und noch eines von allen Robotern, die wir so hatten.

robos

Ich bin total froh, dass alles so gut geklappt hat und finde das super, dass so etwas schon in der 4. Klasse machbar ist.Ich freue mich auf das nächste Halbjahr.

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Comments

5 Responses to “Robotik in der Grundschule?”

  1. NinaBerlin sagt:

    Echt ein tolles Projekt! Bin beeindruckt! Als Erzieherin hätt ich gerne mitgemacht :D
    4. Klasse und selbst Roboter gebaut! Cool!
    Weiter so!
    LG Janine

  2. Kefa sagt:

    Danke danke :)
    Ja, das Projekt ist der Renner, die Kinder reißen sich drum. Schade, dass ich immer nur zehn pro Halbjahr aufnehmen kann.

  3. HelmiDEL sagt:

    Das klingt ja alles super, da wäre ich gern Schüler der 4. Klasse gewesen, leider ist für mich (mit 65 Jahren) diesbezüglich der Zug abgefahren!!
    Das ist doch mal was Spannendes in der Schule! Viel Spaß weiterhin für die Projektleiterin!
    Grüßchen HelmiDEL

  4. BerndK sagt:

    Hallo, darf ich nach einigen Details fragen?
    - können Sie in etwas beschreiben, wie lange die Kinder für den mechanischen Aufbau benötigt haben.
    - haben Sie die Labview Umgebung für die Programmierung verwendet.
    - könnten Sie in etwa beschreiben, wie lange Sie entlang der Lego-Bauanleitung gearbeitet haben und ob es einen Punkt hab, an dem die Kinder alleine (mechanisch und mit der Software – alles was über reine Parameter-Veränderung hinaus geht – gearbeitet haben.

    Im voraus einen herzlichen Dank für Ihre Mühe!

    Bernd K

  5. Kefa sagt:

    Hallo Bernd K,

    den “Einsteigerroboter” haben einige schnelle Gruppen sogar schon in der ersten Doppelstunde fertig gebaut gehabt, spätestens in der zweiten fingen die Kinder mit der Programmierung an. Die komplizierteren Roboter brauchten natürlich etwas länger, insbesondere der Mensch hat es in sich. Ich würde mal so schätzen, da kann man ruhig 4-5 Doppelstunden rechnen.
    Wir haben nicht die Schulversionen der NXTs, also arbeiten wir nicht mit Robolab, sondern mit der mitgelieferten Software NXT-G aus den Standardpaketen, die auch auf Labview basiert.
    Ich bin immer so vorgegangen, dass die Kinder mindestens den Einführungsroboter bauen und programmieren mussten. Bei der ersten Gruppe hab ich auch drauf bestanden, dass sie noch einen weiteren nach Anleitung bauen und programmieren. Erst dann dürfen sie ihren Roboter abwandeln, umbauen oder komplett etwas Neues bauen. Einige unsichere Gruppen bauen dann lieber noch einen weiteren nach Anleitung. In der jetzigen (vierten) Gruppe bauen die Kinder schon recht früh eigene Kreationen und programmieren sie selbst. Dazu nehmen sie sich aber oftmals “Bausteine” aus den Anleitungen, die sie sich ihren Wünschen nach anpassen. Das liegt aber auch sehr stark an der Gruppe. Ich habe dieses Mal Kinder dabei, die schon im letzten Halbjahr dabei waren, sie haben also schon etwas mehr Erfahrung.
    Ich freue mich, dass Sie sich dafür interessieren. Falls Sie noch weitere Fragen haben, melden Sie sich gerne noch mal.
    Viele Grüße,
    Kefa

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