Kefas Welt

aus dem Leben einer Referendarin

Ab in den Untergrund 2

Posted By Kefa on 22. Oktober 2008

Ab in den Untergrund 1

Die andere Gruppe schreckt zusammen. Man erkennt jetzt drei Personen: einen Mann in gebückter Haltung, der einen grauen Mantel mit einer weit ins Gesicht gezogenen Kapuze trägt, einen großen und kräftigen Mann, der sich an einer übertrieben großen Doppelaxt festhält und eindeutig am ganzen Leib zittert und einen recht jungen, schlanken Mann in Robe mit einer Brille, einem Schwert auf der linken Seite und einem langen Wanderstab unterm rechten Arm geklemmt. Während sich die Gruppe zu unseren Helden dreht, reagieren sie recht panisch. Der erste zieht ängstlich seinen Dolch und hält in (wenig bedrohlich) in unsere Richtung. Der schlotternde Krieger hält sich noch stärker an seiner Axt fest, zittert dabei noch ein wenig mehr und auf seinem nackten Oberkörper sieht man eindeutig eine Gänsehaut. Der junge Mann schließlich lässt eine Schriftrolle, eine Feder und seinen Wanderstab fallen und versucht kompliziert, sein Schwert aus der Scheide zu ziehen. Dabei stellt er sich so dämlich an, dass Berthold versucht, sie zu beruhigen: „Wir kommen in Frieden.“

Der Mann in Robe scheint als erster die Fassung wieder zu gewinnen und lässt sein Schwert da, wo es ist. Er stellt sich mit leicht verunsicherter Stimme als Nörd, der Weise vor, seine beiden Mitstreiter sind Klepto, der Meisterdieb und Krock, der Barbar. Berthold stellt ebenfalls die Gruppe vor und Nörd scheint sich mehr zu beruhigen, denn er fragt interessiert nach, was Berthold und seine Freunde denn hier machen. Unsere Helden erklären, dass sie nach zwei Leuten suchen, die hier unten verschwunden sein sollen und fragen direkt, ob die drei jemanden gesehen haben. Nörd erzählt, dass sie hier unten jede Menge Leute getroffen haben, dass es sich bei denen allerdings allesamt um durchgeknallte Künstler handelt. Er möchte genauer wissen, wen sie suchen. Bei einer genaueren Beschreibung der Handwerker muss Nörd die Gruppe allerdings enttäuschen, Klempner haben sie nicht getroffen. Als Nörd sich unsere Helden genauer ansieht, stellt er fest, dass sie tatsächlich ein bisschen wie Helden aussehen und erzählt ihnen, dass er gerade dabei ist, eine offizielle Heldengilde aufzuziehen. Der Antrag läge schon beim Patrizier vor und er hat große Hoffnung, dass sie bald offiziell anerkannt werden. Er fragt, ob nicht Interesse besteht, der Heldengilde beizutreten, denn sowohl Magier als auch Zwergenkrieger wären doch hervorragend für eine Truppe Helden geeignet. Zac und Berthold gucken leicht irritiert und lehnen dankend ab, da sie ja die Magie erst noch umfassend an der Unsichtbaren Universität studieren müssen, Bronto ist momentan gut beschäftigt bei der Wache. Nörd redet trotz allem begeistert weiter und teilt ihnen mit, dass sie jederzeit in ihrem Gildenhaus willkommen sind, sollten sie eines eingerichtet haben. Bronto lenkt das Gespräch nochmal wieder auf die Künstler und fragt nach, wo sie diese gesichtet haben. Nörd, der die potentiellen neuen Helden äußerst sympathisch findet, zeigt ihnen voller Stolz seine Karte, auf der er auch die Künstlerbegegnungen markiert hat. Bronto fragt nach, ob sie die Karte kurz grob abzeichnen könne und nach kurzem Überlegen stimmt Nörd zu. Er murmelt etwas von seinem Auftrag, aber gibt dann doch nach, weil er einfach zu begeistert davon ist, dass er neue Helden getroffen hat. Berthold hakt nach, was sie hier für einen Auftrag haben und er berichtet davon, dass sie die Kanalisation für einen wirklich genialen Ingenieur kartografieren sollen, da er hier irgendwas mit Karren im Untergrund plant. Genaues weiß er auch nicht, jedenfalls sollen hier Dinge auf Karren transportiert werden und dafür braucht er die Karte. Es hätte ja keiner ahnen können, dass hier unten so viel los ist, jedenfalls müssen sie einmal am Tag den neuesten Stand abliefern. Der Ingenieur heißt Robinson und wohnt genau über einem Kanalisationseingang.
Bronto sieht sofort auf der Karte, dass sie an genau diesem Eingang schon vorbei gekommen sind und an der verschlossenen Falltür gerüttelt haben. Bei den markierten Stellen der Künstler fragt sie auch noch mal genauer nach und Nörd erzählt, dass die wahrscheinlich völlig hirnverbrannt sind, weil sie nämlich auch noch mit Kreide irgendwelche bekloppten Zeichen an die Wände malen. Als ob das hier unten jemand sehen könnte. An den markierten Stellen jedenfalls sind überall diese Kreidezeichen. Bronto überträgt alles auf ihre angefangene Karte und danach verabschieden sich die Helden voneinander. [Ich gestatte der Gruppe an dieser Stelle, die Karte, die ich für die Heldengilde gemalt hatte, direkt zu benutzen. Bronto hatte tatsächlich eine Karte angefangen zu malen, während sie durch die Kanalisation irrten, welche sogar richtig genau war, allerdings hätte sie so nicht ganz auf das Papier gepasst.]

Berthold, Bronto und Zac beraten sich kurz und beschließen dann, mal nach zu schauen, was die Künstler so treiben und machen sich auf den Weg zur nächstgelegenen Markierung. Dort entdecken sie tatsächlich Kreidezeichen, jedoch erschließt sich ihnen der Sinn nicht. Ansonsten ist auch nichts auffälliges an der Kreuzung zu sehen. Sie klappern so annähernd alle Markierungen der Künstler ab, können jedoch kein System erkennen. [Nachdem die Gruppe sich konsequent weigert, umzukehren und doch mal wieder nach den Handwerkern zu suchen, beschließe ich, sie auf einen Künstler treffen zu lassen. Wie gesagt, das war so in der Reihenfolge nicht ganz geplant, aber nun müssen wir da durch.]

Unsere Gruppe kommt zunächst zu einem weiteren Ausgang, welcher allerdings sehr verfallen aussieht. Bronto, unsere Kletterexpertin wagt sich an die Sprossenleiter und klettert zur Falltür hoch. Sie kann sie nach einer kurzen Kraftanstrengung öffnen und schaut sich um. Es sieht wie eine Straße am Rande der Schatten aus, nahe der Sirupminenstraße. Aufgrund ihrer Tätigkeit in der Wache weiß Bronto, dass es keine gute Idee ist, hier die Kanalisation zu verlassen. Sie verschließt also schnell den Deckel wieder und klettert zurück zur Gruppe.

An dieser Stelle vernehmen die Aufmerksamen unter den Abenteurern ein Geräusch, was aus einem bisher unentdeckten Gang kommt. Leise bewegen sie sich in den Gang hinein und beobachten einen Menschen, der scheinbar unbewaffnet ist und ein paar kleine Kisten an einer Kreuzung aufbaut. Berthold spricht in unverblümt an und der Mann ist nicht sehr beeindruckt davon, dass er hier in der Kanalisation auf fremde Leute trifft. Da Berthold direkt fragt, ob er einer der Künstler ist, geht der Künstler davon aus, dass unsere Helden bescheid wissen und schwärmt sofort los, dass diese Aktion ja wohl die größte seit eh und je sein wird. Er ist begeistert, dass sie sich für die Kunst interessieren und fragt nach, ob die Gruppe denn genauso begeistert ist. Dass Berthold, Zac und Bronto ja aber eigentlich keine Ahnung haben, merkt der Künstler schnell an ihren Fragen und schließlich ist er der Meinung, dass er doch nur Kunstbanausen vor sich hat. Immerhin haben die drei noch nie wirklich etwas von dem großartigen Lithoklast gehört [außer Berthold, der hatte den Wurf gerade so geschafft: „Irgendwas mit Kunst??“], der ja immerhin Schöpfer dieser grandiosen Aktion ist. Er möchte lieber in Ruhe seine Arbeit fortsetzen. Zac möchte nun genau wissen, wer denn dieser Lithoklast ist und der Künstler flippt fast aus, weil er gar nicht glauben kann, das man ihn nicht kennt: Lithoklast ist nämlich der großartige Anführer der Irregulären. Als die drei große Augen bekommen, fügt er noch hinzu, dass dies eine Unterbewegung der Dekonstruktivisten ist. Bronto, die ja nun schließlich bei der Wache arbeitet, möchte gerne wissen, was in den Kisten ist. Der Künstler möchte Bronto nicht in die Kisten gucken lassen. Nachdem sie allerdings ihre Marke zeigt und damit droht, die ganze Kunstaktion zu stören, lässt er sie einen kurzen Blick rein werfen. Bronto schluckt ganz schön, als sie erkennt, dass in den Kisten Pulver Nr. 1 ist, ein hochexplosives Gemisch.

Die Gruppe verständigt sich per Augenzeichen, dass sie den Künstler gewähren lassen, bis er sich entfernt hat, um sich dann intensiv zu beraten. Nachdem er also die Kisten aufgebaut hat, entrollt er eine dünne Schnur von den Kisten in einen dunklen Gang entlang und verschwindet. Unsere Gruppe sitzt erstmal ganz schön sprachlos da bzw. man hört nur sowas wie „Die wollen doch nicht…“, „Die können doch nicht einfach…“, „Dann fällt doch die ganze Stadt…..“, „Was machen wir bloß???“

Ab in den Untergrund 3

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