Kefas Welt

aus dem Leben einer Referendarin

Tante Kefa

Posted By Kefa on 13. August 2008

Diese Woche habe ich Tantenwoche ;-)

Von Montag bis heute war mein Neffe (6, fast 7) bei uns zu Besuch. Heute Nachmittag haben wir eine “Kinderübergabe” am Bahnhof Ganderkesee gemacht und nun ist meine Nichte (10) hier. Nachdem ich ein sorgfältiges Bespaßungsprogramm geplant hatte, machte mir mein Neffe einen Strich durch die Rechnung, denn er wollte quasi die Wohnung nicht verlassen, weil wir alle meine alten Brettspiele durchprobieren mussten. Der alte Hit Astrojagd wurde in diesen Tagen abgelöst von Hotel, was ein etwas kinderfreundlicherer Monopoli-Klon ist. Mein Neffe entwickelte sich zum Hotelprofi und konnte innerhalb kürzester Zeit sogar die Bank machen (inklusive der kurzen Erfahrung, dass man dann ja Schummeln kann und dass dann Kefa nicht mehr mitspielt). Ich war positiv überrascht, wie klasse er das schon alles konnte. Insbesondere hat mich beeindruckt, wie er mit den großen Scheinen umgehen konnte, obwohl er in der Schule erst bis 20 rechnet. Ich befürchte, meine Schwester samt Familie müssen jetzt nicht nur Hotel lernen, sondern es auch am besten kaufen und immer spielen :-D

Natürlich haben wir auch Kubb im Park gespielt, wonach er mich nach einer Umstellung auf eine geeignete Kinderregel bzgl. der Wurfabstände tatsächlich geschlagen hat. Und das heißt schon was, denn wie mein Neffe sagen würde: “Kefa spielt scharf, da kennt sie keine Verwandten!”(O-Ton)

Heute Morgen aber fand das Highlight des Tantenausfluges statt, mit dem ich auch meinen Neffen aus der Bude locken konnte: Wir sind zum Werder Bremen-Training gegangen. Natürlich waren wir bewaffnet mit einem Werder Bremen Heft und einem Stift ;-)

Wir schauten uns das Trainigsspiel an und sahen einige bekannte Gesichter (mein Neffe zumindest). Ich habe immerhin Thomas Schaaf, Torsten Frings und Tim Wiese erkannt, mein Neffe natürlich bedeutend mehr, wobei es auch ihm etwas schwerer fiel, weil die Spieler keine Trikots mit Namen und Nummern trugen. Inzwischen weiß ich auch, wie Fritz und Rosenberg aussehen, von denen haben wir nämlich dann noch gleich ein Autogramm ergattert (natürlich in dem Heft). Diese beiden haben sich auch, genau wie Schaaf, recht gemütlich um ihre Autogramme und Fotos gekümmert und auch die Kleinen beachtet. Herr Frings hingegen war recht fix dabei, man hätte fast den Eindruck bekommen können, er ist auf der Flucht. Letztendlich musste ich (könnt ihr es euch vorstellen???) mit dem Heft mal energischer vor seinem Gesicht rumwedeln, damit er reagiert, denn unterhalb von 1,20m scheint sein Sichtsbereich vernebelt zu sein.

An dieser Stelle muss ich die Fußballer auch ein bisschen bemitleiden: Wenn die nach jedem Training so einen Andrang wegen Fotos und Unterschriften haben (naja, sie werden auch gut bezahlt), und ihnen jeden Tag wildfremde Kinder in den Arm gedrückt werden für ein lustiges Foto (das Jüngste war ca. 10 Monate alt oder so – da halt mal! *knips* – ), kann ich fast verstehen, dass man da genervt ist.

Als wir gerade gehen wollten und mein Neffe schon sein Glück kaum fassen konnte, weil er fünf Autogramme ergattert hatte (Fritz, Rosenberg, Frings, Jensen, einer, dessen Namen ich nicht kenne :-D ), sahen wir Thomas Schaaf noch rumschlendern mit einer Traube Menschen anbei. Mein Neffe ist also noch einmal losgestürmt und hat sich auch von ihm noch ein Autogramm geben lassen.

Dieser Ausflug (mit der Straßenbahn) und auch die Bahnhofsübergabe (Nordwestbahn) hatten zur Folge, dass ich diverse Tickets in diversen Automaten ziehen musste. Ich habe festgestellt, dass diese Automaten in den meisten Fällen passende Eingaben erfordern, was ich recht ätzend finde. Ich habe nach der Straßenbahnerfahrung (eine Frau konnte ihr Ticket nicht bezahlen, weil sie “nur” 20 Euro hatte) erstmal unser Beamerschwein bemüht um meinen 20er-Schein klein zu mache. Trotzdem musste ich dann in der NWB einen “Zivilisten” ansabbeln, ob er mir meine Ein- und Zwei-Cent-Stücke in einen Fünfer tauscht (Hallo? Der nimmt keine 10 Cent?)…

Wie auch immer, wir haben es geschafft.

Der Stand bisher: Meine Nichte geht auf in der Katzenpflege und sie hat heute erstmal den neuen Katzenpflegeplan für den zuständigen Katzensitter digitalisiert und ausgedruckt und dabei die Vorzüge von Open Office kennengelernt. Ich habe gelernt, wie “Meine Tierpension” gespielt wird und dass man mit einem Mini Cooper nicht gegen einen Ford Cougar gewinnen kann, selbst wenn man ca. vier Jahre mehr GT4- und 14 Jahre mehr Computererfahrung hat…

Außerdem haben wir festgestellt, dass meine Nichte schon ganz schön groß geworden ist: “So, Leude, ich würd sagen, ihr trinkt nun endlich mal euren Wein und ich bring euch Bohnanza bei! Wir haben doch keine Zeit.” (O-Ton vorhin um 21:00 Uhr)

Ich befürchte, wir werden diese Woche noch Bohnanza-Fans.

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Comments

6 Responses to “Tante Kefa”

  1. Kefa sagt:

    Ach ja, und noch was:
    Einen Tag lang am Wohnzimmertisch Brettspiele spielen verursacht STARKE Rückenschmerzen!!!

  2. Dennis sagt:

    Hehe, bist wohl spieltechnisch nichts mehr gewohnt, was?

    Tja, zum Training kann ich nur sagen: ja, das ist da immer so mit den Autogrammen. Und es scheint auch sehr deutlich vom Verein so gewünscht zu sein. Auch Stars wie Frings und Diego müssen da geduldig welche geben. Allerdings ist so ein öffentliches Training nur 1x pro Woche (maximal). Und die Fans kommen eben teilweise von weit her, von daher muss man da als Spieler wohl durch, auch wenn man mal nicht gut drauf ist. Gerade für die Kinder ist es ja wahnsinn einmal im Leben so dicht an die ranzukommen…

  3. Kefa sagt:

    Also diese Woche waren öffentliche Trainings Mo, Mi, Do, Fr und So. Wird immer am Anfang der Woche (hier: http://www.werder.de/aktuelles/termine/termine_training.php) bekannt gegeben, wann die stattfinden. Aber diese Woche waren eindeutig mehr als eines.

  4. Dennis sagt:

    Oha! Sonst war das nie so oft…

  5. spektrum sagt:

    ja komm Dennis, kriegst auch noch dein Autogramm vom Frings :D

  6. [...] unter erschwerten Bedingungen, weil ich zu der Zeit auch noch meine Nichte bzw. meinen Neffen zu Besuch hatte. Das heißt, wir konnten erst um 21:00 Uhr anfangen, wenn das Kind im Bett war. Beim Computer [...]

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