Kefas Welt

aus dem Leben einer Referendarin

Die “fiesen” Iren

Posted By Kefa on 19. Juni 2008

Wie ihr sicher schon gemerkt habt, gab es gestern keine Fortsetzung der kleinen Scheibenweltgeschichte. Das liegt daran, dass ich leider noch nicht ganz fertig bin mit dem Schreiben (wird aber heute nachgeholt ;) ).

Bevor ich mich daran mache, möchte ich allerdings doch noch mal eben einen kleinen Kommentar loswerden zur sogenannten Iren-Krise, wie SpOn das so schön nennt.  Ich war nämlich eigentlich positiv überrascht, dass wenigstens in einem Land mal das Volk selber wählen durfte und da prompt gegen die EU-Verfassung gestimmt wurde. Nun werden die Iren allerdings zum Buhmann erklärt und die Verfassungsgegner haben sowieso nur gewonnen, weil die Wahlbeteiligung so gering war. Anstatt sich vielleicht noch mal Gedanken darüber zu machen, ob das mit der Verfassung alles so rechtens und vom europäischen Volk ebenfalls gewollt ist (man könnte sie ja fragen, aber womöglich kriegt man dann eine Antwort, die einem nicht passt), versucht man jetzt, eine Lösung aus der Iren-Krise zu finde, bei der man das Wahlergebnis irgendwie umgehen kann.

Das kann ich alles gar nicht glauben, nachdem, was ich so über den Inhalt der Verfassung gelesen und gehört habe. Im Die Zeit-Blog wird das ganz gut zusammen gefasst:

Mit dem Lissabon-Vertrag über die Europäische Union ist es wie mit der Bibel vor der Erfindung des Buchdrucks. Jeder hat schon einiges davon gehört und glaubt ungefähr zu wissen, was drinsteht. Aber weil die ganze dicke Schrift viel zu kompliziert ist um sie gänzlich zu verstehen, verlässt sich für die Interpretation jeder auf seine persönlichen Priester.

Mir geht das ähnlich, auch ich habe die 479 Seiten noch nicht durchgelesen durchgearbeitet, wobei ich sie dann wahrscheinlich eh nicht kapieren würde. Das ist eines der Probleme, wer soll denn das alles raffen. Darum aber auch gleich dem gemeinen Bürger das gar nicht zu erklären oder so zu tun, als wäre das ne tolle Sache und über seinen Kopf hinweg zu bestimmen, kann aber ja keine Lösung sein.

Darum hab ich beschlossen, hier mal meine Quellen aufzuführen, wo ich mich zu dem Thema informiert habe. Bin für jeden weiteren Hinweis dankbar.
Zu allererst mal der “Vertrag von Lissabon” selbst.

Dann ein paar Filmchen:

Teil 1 der Ausführungen von Dr. Karl A. Schachtschneider über die EU-Verfassung
Univ. Prof. für öffentliches Recht
Universität Erlangen

Auf youtube befinden sich die weiteren Teile, die führ ich aus platztechnischen Gründen hier nicht alle mit Bild auf:

Teil 2
Teil 3
Teil 4
Teil 5
Teil 6
Teil 7
Teil 8
Teil 9
Teil 10

Im Weblog der Zeit wird ebenfalls versucht, Aufklärung zu betreiben, allerdings sollte man sich da dann auch gleich die Kommentare zu Gemüte führen.

Die Nachdenkseiten: Die Angst der europäischen Eliten vor den verängstigten Europäern

Spiegelfechter Jens Berger: Europa blickt auf Irland und Europäische Kakophonie

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Comments

One Response to “Die “fiesen” Iren”

  1. POMZKI sagt:

    Ich habe mir noch nicht die Mühe gemacht mich inhaltlich mit dem Werk beschäftigen. Dennoch muss ich dir zum Einen rechtgeben, dass Informationspolitik quasi nicht stattfindet. Vielleicht hätte man in allen 27 Staaten das Volk befragen sollen, allerdings wäre doch das Ergebnis von Anfang an klar gewesen, nämlich NEIN!!

    Aber ich bin mir nicht sicher, warum (warscheinlich) die Mehrheit dagegen wäre. Informationspolitik wird nicht betrieben, also weiss kaum einer was auf uns zukommt.

    Es werden durchgehend nur die Informationen rausgegeben, welche der eigenen Sache nützen. Sei es von der europäischen Elite oder der Pressewelt.

    Worauf soll also der durchschnittliche Wähler der seine Entscheidung stützen ?? Eine rationale Überlegung kann man in diesem Fall ausschliessen, es kann also nur die “Propaganda” der o. g. Institutionen sein.

    Dieses Problem besteht aber auch für die (utopische) Möglichkeit, der Vertrag wäre ein Segen für die europäische Bevölkerung.

    Auch wenn die Regierung hier wesentlich freigiebiger mit Informaionen wäre, werden die immer noch durch die Presse verbreitet und damit verfärbt bzw. verdreht, kommt ganz auf den Verlag an.

    Also wenn hier der Wähler wieder entscheiden soll, steht er hier wieder vor dem gleichen Problem. Das ist das grundsätzliche Porblem eines Volksentscheides.

    Dieser ist halt in einem demokratishen System meiner Meinung nach nicht praktikabel. Vor jeder Entscheidung wird man ideologischer Propaganda aus den Medien erschlagen, außerdem liegt es in der Natur des Menschen Veränderungen argwöhnisch gegenüber zu stehen.

    Das funktioniert halt nicht, stellen wir uns nur mal vor, man hätte die deutschen Wähler über das Zuwanderungsgesetz oder die Neuregelungen der Sozialhilfe befragt.

    Nur so ein paar Gedanken am Morgen.

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