Kefas Welt

aus dem Leben einer Referendarin

Rezept zum glücklich sein

Posted By Kefa on 15. Mai 2008

Ich weiß gar nicht mehr, wann genau ich diese komische Sendung im TV gesehen habe, ich glaube im letzten Sommer, als ich bei meinen Eltern Haus und Katzen gesittet habe… Denn wenn ich schon mal einen Fernseher hab, dann schau ich ja schon mal rein um zu überprüfen, ob man nicht doch was verpasst, wenn man so komplett wie ich auf das unglaublich reichhaltige und tiefgründige Fernsehprogramm verzichtet.

Ich hab da zufälligerweise in eine Talkshow geschaltet (Abendprogramm, nicht dieser Nachmittagsschrott -genuss), in der es darum ging, wie man es denn heutzutage schafft, glücklich zu sein. Also, dass man ja heutzutage leicht mal unter Depressionen oder spontanem Unwohlsein nach dem Genuss von Nachrichten oder sonst irgendwelchen anderen Zivilisationskrankheiten leidet, wenn man sich vor die Tür wagt, das ist mir ja nicht neu, das durfte ich sogar schon am eigenen Leib erfahren…

Aber dass dann von “Spenden-für-dritte-Welt-Länder-Kindern-Sammler-VIPs” Sprüche losgelassen werden wie: “Wenn es einem schlecht geht, dann muss man einfach mal wieder in “dritte-Welt-Länder” fahren um zu merken, wie gut es einem geht. Da dreht man danach bei sich zu Hause den Warm-Wasser-Hahn auf und erfreut sich daran so sehr, da kann man einfach nur noch glücklich sein” dann kann mir nur noch ganz, ganz anders werden.

Wenn ich mir dann auch noch jetzt gerade die Nachrichten angucke und feststelle, dass scheinbar kaum ein Pressevertreter weiß, wie Birma/Burma/Myanmar richtig heißt, dann schleicht sich bei mir mal wieder der Verdacht ein, dass wir alle von vorne bis hinten verarscht werden auch die Medien nur wollen, dass wir glücklich und dumm wie Brot Stimmvieh vor uns hin vegetieren und bloß keinen Mucks von uns geben. Ich meine, wie schwer kann es sein, als Reporter mittels Recherche wenigstens den richtigen Namen zu ermitteln, wenn ich ihn durch zwei Klicks beim Auswärtigen Amt erreiche (okay, auch das Auswärtige Amt kann sich irren, aber dem vertrau ich mehr als der Presse..)? Außerdem könnte so ein Reporter ja auch mal ein wenig länger was tun für sein Geld…

Bremen 4 hat sich übrigens inzwischen auf “Birma, jetzt bekannt als Myanmar” (beim 1. Mal) bzw. “Birma” eingeschossen, SpOn auf Burma, wenn mich nicht alles täuscht.

Aber was ja noch viel wichtiger ist: innenpolitisch wird so auch nicht so viel berichtet, da läuft’s ja wie geschmiert, das Stimmvieh hat immer noch nicht gemerkt, wie es Richtung Stasi 2.0 schliddert, Elendstourismus bringt einfach mehr Quote, traurig aber wahr…

Am besten spendet jeder noch eben schnell einen Euro um sich danach entspannt zurücklehnen zu können, dann fühlt man sich wirklich gleich besser!

Wer Ironie findet, kann sie behalten und aufheben zum glücklich sein ;-)

Nachtrag: Auch wenn ich denke, dass es eigentlich klar sein sollte, so will ich hier darauf hinweisen, dass es ohne Frage schrecklich ist, was sowohl in Myanmar als auch in China passiert ist / passiert, keine Frage… dennoch finde ich es widerlich, was unsere Medien davon machen!

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Comments

One Response to “Rezept zum glücklich sein”

  1. Sowas gabs in diesem Land schonmal. Es nannte sich “Gleichschaltung” und war was böses. Heutzutage guckt das Wahlvieh lieber die Talkshow oder wahlweise irgendeine andere Reality-Scheiße und lässt sich weiter verblöden – das ist viel einfacher als mal nachzudenken.

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