Kefas Welt

aus dem Leben einer Referendarin

Was dicke Autos mit Tierfutter zu tun haben…

Posted By Kefa on 19. Januar 2008

Als wir uns die Katzen angeschafft haben, habe ich ja angefangen, mich ein bisschen schlau zu lesen, was man am besten füttern kann. Von meiner Verwirrung dabei hatte ich ja auch schon mal berichtet

Erstaunt habe ich festgestellt, dass alles Supermarktfutter, was man finden kann (auch die teuren und vermeintlich guten Marken) Inhaltsstoffe (meist an erster Stelle) enthält, die die Katze gar nicht verarbeiten kann und so quasi ungenutzt hinten wieder raus kommen (Getreide ist Hauptbestandteil des Futters, Fleisch oder Fisch meistens um die 4%, wobei das dann auch nur der Abfall vom Schlachten ist, das schimpft sich dann Nebenerzeugnisse). Außerdem sind in diesen Futtersorten wohl meistens auch noch Geschmacksverstärker, die dann dazu führen, dass die Tiere nur noch eine bestimmte Marke mögen.

Also gingen wir dazu über, mal bei dem so genannten Premiumfutter zu schauen, wo der Fleischanteil bedeutend höher lag und Getreide von wenig bis hin zu gar nicht vorhanden ist. Bei diesem Futter sind dann wieder ganz andere Stoffe drin, auf die man achten sollte (Konservierungsstoffe, etc.). Das ganze wurde so kompliziert, da könnte man eine Wissenschaft für sich draus machen, hinzu kommt noch die nie enden wollende Diskussion um Trocken- oder Nassfutter.

Von Bekannten und Verwandten wurde ich inzwischen schon belächelt ob meiner akribischen Sichtung aller möglichen Futterpackungen, die ich in die Finger bekam und solche Sätze wie “Früher haben die Katzen auch mit Brekkies überlebt” und “Für die Katzen teuren Kram kaufen und selber von Tiefkühlpizza und Fast Food leben” (wobei ich da zu meiner Verteigung sagen muss, die Tage im Jahr, an denen es bei uns Tiefkühlpizza oder Fast Food gibt, kann man an zwei Händen abzählen, wenn nicht sogar an einer… jaja, aber ich weiß ja, was damit gemeint ist…)

Ich spielte schon mit dem Gedanken, dass ich mir mal das Buch “Katzen würden Mäuse kaufen” von Hans-Ulrich Grimm zulege, um mein Wissen noch etwas zu erweitern. Nach ein bisschen Recherche und Dank einiger Rezensionen, die man ja heutzutage im Netz lesen kann, stellt ich fest, dass das Buch wohl seinen Preis nicht wert ist, teilweise waren die Rezensionen nahezu vernichtend, also beschloss ich, es doch nicht zu kaufen und mir weiter mein eigenes Bild zu machen.

Zu Weihnachten lag genau dieses Buch dann aber doch unterm Weihnachtsbaum und ich konnte es also nun doch lesen.

Zu Beginn hatte ich das Gefühl, der Herr Grimm wurde von der Firma Hill’s bezahlt, so wie er sich schon fast etwas übertrieben häufig auf ihr Standardwerk zum Thema Futter bezieht. Man bekommt den Eindruck, alle anderen Marken (außer Hill’s natürlich) taugen nichts. Zum Ende hin wird das besser, da gibts dann auch an Hill’s was zu mäkeln. Aufgefallen ist mir das so extrem, weil wir inzwischen Hill’s füttern und ich natürlich gespannt war, was er dazu zu sagen hatte.

Letztendlich finde ich aber, er schreibt so, als könnte das Buch auch als Serie in der Bild Zeitung gedruckt werden, in die angeblich fachlichen und gut recherchierten Details streut er hinein, was für dicke Autos doch die fiesen Manager der Futtermittelkonzerne fahren oder was für ein Luxusleben doch eigentlich die Bauern führen mit ihrer Massentierhaltung. Stimmungsmache in einer Tour, so dass man als Leser fast schon gezwungen ist, immer nur mit dem Kopf zu nicken und ihm zuzustimmen, dass das alles ein Unding ist. Ich finde, die ganzen “Fakten” sind sowas von unsachlich dargestellt, hinzu kommt, dass sie total unübersichtlich zusammengefasst sind. Nachdem ich das Buch gelesen habe, weiß ich eigentlich nur eins: alle Futtermittelkonzerne sind verlogen und schlecht, es wird überall betrogen und gemogelt, die Nutznießer fahren dicke Autos und die Tiere leiden und sterben unnötigerweise. Ich hab fast mehr über Autos gelernt als über Futter.

Mir fehlt eine übersichtliche und sachliche Analyse der Marken, Hintergründe und Aufklärung, wieso es dazu kommt (und zwar strukturiert und nicht immer angemischt mit emotionalem Gesäusel über leidende Tiere oder dicke Autos).

Insofern kann auch ich nun leider nur zu dem Schluss kommen, dass dieses Buch zur Weiterbildung bzgl. Tierfutter nicht taugt und allenfalls als merkwürdige Unterhaltung (ein ganzes Buch auf Bild-Niveau) dienen kann.

Schade eigentlich, das Thema gehört in meinen Augen bei dem Haustierboom viel mehr in die Öffentlichkeit gerückt, aber doch nicht so…!

Update: Wer keine Lust hat, das Buch zu lesen, kann mal hier nachschauen, da steht alles wichtige schön zusammengefasst! (Danke an Lovis_Joe für den Tipp)

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Comments

5 Responses to “Was dicke Autos mit Tierfutter zu tun haben…”

  1. PiTTi sagt:

    Hallo. Nachdem ich bei dir über Getreide & Co. gelesen hab, entdecke ich immer nur Rohasche und Rohprotein auf meinen Katzenfutterpackungen…
    Ich nehm manchmal IAMS (tja – soll man nun die Stories über gequälte Kreaturen in Essversuchlaboren glauben?), manchmal BOSCH Sanabelle (denk ich is was deutsches) und schonmal IN-HOME aus der Whiskas Pefect Fit Linie.

    2 Kater teilen sich morgens 1 Messbecher Trockenfutter und abends 1 Portionsbeutel Nassfutter. (Egal, Supermarkt, Drogerie, Fressnapf…)

    Beim Trockenfutter mag ich (ich????) grosse Stückchen, weil einer meiner beiden Racker auch gern mal einfach was runterschluckt – ohne Kauen… und das macht sich beim jährlichen Tierarztbesuch auf jeden Fall in vermehrter Zahnsteinbildung bemerkbar.

    Ich guck mal nach den Sorten, die in deinem Link stehen. :)

  2. Darbie sagt:

    Zu Katzenfutter kann ich nix sagen, aber wir haben uns beim Hundefutter damals an Stiftung Warentest orientiert, vielleicht einfach mal die nächsten Hefte durchgucken, ob sie Katzenfutter dabei haben oder auf deren Homepage.

    Komischerweise gab es damals 3 Testsieger (gleiche Punktzahl), 2 richtig teure und – Überraschung – 1 ganz günstiges Trockenfutter von REWE, das nur 1/10 der anderen kostet. Damit füttern wir unseren Wuzz jetzt seit fast 12 Jahren und es sind absolut keine Mangelerscheinungen feststellbar, sogar die Zähne sind noch richtig gut. Also billiges Futter muß nicht immer schlechter sein als teures.

    Kefa, Du hattest noch nach nem Tierarzt gefragt, wir gehen jetzt neuerdings in diese Praxis:

    http://www.tierarztpraxis-hb.de/

    Ist in Findorff, also recht nah. Auf jeden Fall faire Preise und gute Beratung (wie ich ja bemerkt habe, gibt es Tierärzte in dieser Stadt, die das 2-3-fache nehmen!) ;)

  3. Kefa sagt:

    Moin,

    Ja, bei Stiftung Wahrentest hatte ich damals nur relativ alte Tests gefunden, vielleicht muss ich da noch mal etwas aktiver schauen. Irgendwann wurde ja auch mal festgestellt, dass das Katzenfutter von Aldi gut sein soll. Trotzdem finde ich es ein Unding, dass so viel Getreide (auch Hauptbestandteil) im Futter drin ist, es die Katzen aber nicht verarbeiten können…

    Richtwerte für gutes Katzenfutter sind demnach:
    - die angegebenen Mengen, die man füttern soll. 450g pro 5 kg Katze bei billigen und 100g bei teuren pro Tag. Das heißt nämlich, hier geht ein Großteil des Futters unbenutzt durch. Merke das bei unserem Trockenfutter immer, inzwischen fressen die echt wenig davon (50g pro Tag).
    - Getreide auf den hinteren Plätzen höchstens, Hauptbestandteil Fleisch (NaFu: bei 60 oder 70 %, oder höher, TroFu: über 20%)
    - keine oder natürliche Konservierungsstoffe (= Futter ist auch nicht so lange haltbar wie Supermarktfutter)

    Das wären jetzt mal so die Kriterien, nach denen ich das auswähle momentan.

    @darbie: cool, danke für den Link. Bei Hundefutter kenne ich mich natürlich auch überhaupt nicht aus. Glaube, es gibt da auch noch nen großen Unterschied zwischen Hunde- und Katzenfutter, habe nämlich auch gehört, dass z. B. barfen (mit Frischfleisch füttern bzw. selber kochen) bei Hunden relativ einfach sein soll und es für Katzen recht schwierig ist, den täglichen Bedarf zu decken. Darum trau ich mich da auch noch nicht so recht ran. Werd mich da in den nächsten Ferien mal schlau lesen und barfen mal so nebenbei als “Schmeckhaps” austesten

    @PiTTi: IAMS und Sanabelle sind ja auch teure Marken, ich glaube, bei denen wirst du kein Getreide finden. interessanterweise sind die ja gar nicht aufgeführt bei dem link, den ich da gepostet habe, sowas… Getreide findet man in forderster Front z. B. bei Whiskas, Sheba, Felix, etc, also eigentlich bei Marken, die einen “guten Ruf” haben, bei den Noname Sorten sowieso. Der Hinweis mit den kleinen Stücken beim TroFu ist noch mal interessant, wir füttern hauptsächlich TroFu und es sind auch recht kleine Stücke… mal sehen, unser erster Tierarztbesuch folgt im April.

  4. Darbie sagt:

    Es wird ja immer gemeinhin gesagt, daß Hunde kein Katzenfutter vertragen und umgekehrt genauso, also muß es wirklich nen entscheidenen Unterschied geben (der mir aller nicht bekannt ist).

    Jo, für nen Hund kannst Du relativ einfach Reis mit Hühnchen kochen, ein paar Möhren rein und fertig. Sehr fettarm, sehr sättigend, angeblich sogar sehr gesund. Aber als Dauerfutter käme diese Art von Selbst-Kochen nicht in Frage für mich, da hätte ich auch zu viel Angst, daß am Ende doch irgendwelche Nährstoffe nicht im richtigen Verhältnis drin sind…

  5. Kefa sagt:

    Jo, also wie gesagt, besonders schlau gelesen hab ich mich da noch nicht, aber wenn man zum Beispiel mal so ein Rezept überfliegt (http://www.savannahcat.de/rezepte.html), dann stellt man fest, dass noch recht viele Zusätze in das Futter müssen (natürlich nur zu bestimmten Anteilen, etc.). Nur mit Reis, Huhn und Möhren ist es bei Katzen leider nicht getan.

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