Kefas Welt

aus dem Leben einer Referendarin

Die Blutbuche in Immer

Posted By Kefa on 14. September 2010

Die Blutbuche im Frühling (Foto: A. Röder-Bröning)

Am letzten Wochenende musste ich meinen ersten selbst versteckten Cache (Die Blutbuche) schon wieder archivieren. Das hatte nichts damit zu tun, dass das Versteck irgendwie doof war oder ständig gemuggelt wurde, nein, das hatte einen ganz anderen, sehr traurigen Grund:

Die hundertjährige Blutbuche, die vor dem Haus meiner Mutter und Schwester nebst Familien steht, ist seit mind. zwei Jahren vom Riesenpohrling befallen. Zunächst sah man den Pilz nur an einer Stelle. Sofort wurden Pilzexperten zu Rate gezogen, welche schon gleich das Schlimmste befürchteten. Meine Familie wollte aber nicht so schnell aufgeben und fing an, den Pilz zu bekämpfen. Stellen, an denen der Pilz sichtbar wurde, wurden ausgebrannt, so dass sich der Baum an den Stellen von innen verkapselt. Die Ansage vom Experten war klar: wenn der Pilz einmal rum ist, dann ist nichts mehr zu machen. Leider hat der Pilz die Angewohnheit, den Baum über die Wurzeln anzugreifen und das ganze Wurzelwerk zu zerstören. Wenn er einmal um den Baum herum sichtbar wird, dann heißt das, dass der Baum keinen sicheren Stand mehr hat. Trotz des Befalls sah der Baum die letzten beiden Jahre wunderbar aus, wie immer. Leider sieht man dem Baum den Befall erst an, wenn der Pilz schon ziemlich weit ist und die Standsicherheit bereits nicht mehr gewährleistet wird. Und auch die Tatsache, dass der Pilz von unten kommt, ließ die Abbrennversuche wie Tropfen auf den heißen Stein aussehen.

Riesenporling an der Buche (Foto: E. Röder)

In diesem Sommer kam nun die schreckliche Gewissheit: der Baum muss gefällt werden. Der Pilz sprießte nur so vor sich hin, auf allen Seiten des Baumes. Es war klar, dass kein Brennen mehr helfen würde und dass der Baum, je länger man wartet, gefährlicher für Anwohner und vorbeigehende oder -fahrende Passanten werden würde. Es war durchaus wahrscheinlich, dass er den nächsten Sturm nicht unbedingt überstehen würde. Am letzten Wochenende wurde also gehandelt. Leider konnten Fenris und ich nicht dabei sein und bei der harten Arbeit mithelfen.

Denn neben der Tatsache, dass es den Anwohnern im Herzen weh tat, den wunderschönen Baum fällen zu müssen und es nicht ganz einfach war, die Äste gefahrlos zu Boden zu bringen, durften sie sich auch noch von vorbeifahrenden Passanten übel beschimpfen lassen. Es ging sogar so weit, dass viele Leute bei der Zeitung anriefen und sich beschwerten. Glücklicherweise wussten Gemeinde und Polizei schon Bescheid, dass und aus welchem Grund die Buche gefällt wird. Gestern kam dann die Nordwestzeitung zu Besuch und wollte mal nachfragen, was denn da los ist. Das Ergebnis ist dieser Artikel in der NWZ Online, wo man auch den Baum in seinem aktuellen Zustand sehen kann. Nun kann ich verstehen, dass meine Familie bei jedem Blick aus dem Fenster am liebsten heulen möchte.

Die Blutbuche im Winter (Foto: A. Röder-Bröning)

Und diesen dämlichen Passanten möchte ich einfach nur zurufen:

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Comments

One Response to “Die Blutbuche in Immer”

  1. margit sagt:

    Hallo,
    das tut wirklich weh, so einen schönen Baum aufgeben zu müssen. Konnten ihr nun einen neuen Baum pflanzen, oder habt ihr dafür keinen Platz?
    Wünsche ein schönes Weihnachtsfest und liebe Grüße
    margit

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