Kefas Welt

aus dem Leben einer Referendarin

Clickertraining

Posted By Kefa on 2. März 2010

Da ich heute schon so fleißig am Bloggen bin, darf natürlich auch der Katzencontent nicht fehlen. Ich mache seit einiger Zeit mehr oder weniger regelmäßig Clickertraining mit den Katzen. Mit Schrecken habe ich heute festgestellt, dass ich darüber noch nie gebloggt hab, das geht natürlich nicht.

Clickertraining funktioniert folgendermaßen:

Man konditioniert die Katze auf ein Geräusch, nämlich den “Klick”. Man sollte ein Geräusch nehmen, was nicht alltäglich ist. Es gibt extra Clicker für Hunde zu kaufen, man kann Knackfrösche für Kinder nehmen, einen speziellen Kugelschreiber, der etwas lauter klickt, oder, wie ich, mit der Zunge schnalzen. Hundeclicker sind oftmals etwas zu laut für Katzen, da sie von den Hunden auch draußen auf der Wiese hörbar sein müssen. Kugelschreiber benutzt man evtl. zu häufig im Alltag, das verwirrt die Katze. Wenn man einfach mit der Zunge schnalzt, dann hat man sogar beide Hände frei, darum habe ich diese Alternative gewählt. Ich habe beide Katzen auf den gleichen Klick konditioniert. Da ich bei den Kommandos immer den Namen mit spreche und mich den Katzen zuwende, wissen sie eigentlich immer, wer gemeint ist.

Ich habe damit begonnen, immer beim Klick ein Leckerli zu geben. Das macht man, damit die Katzen schon mit dem Klick alleine etwas positives verbinden. Ich wiederholte einige Male Klick –> Belohnung, Klick –> Belohnung. Nach 10 bis 15 Malen sitzt bei der Katze, dass es beim Klick was gibt. Das hat jetzt den Vorteil, dass man mit dem Klick sekundengenau belohnen kann, nämlich immer genau dann, wenn die Katze etwas Gewünschtes macht. Das Leckerli kann es dann auch mal ein paar Sekunden später geben, das heißt, man kann es in Ruhe rauskramen, die Belohnung passierte ja schon durch den Klick. Der genaue Zeitpunkt ist wichtig, damit die Katze weiß, wofür genau sie eigentlich belohnt wird. Außerdem sollte man verhindern, dass man sie schon mit dem Leckerli in der Hand lockt. Dann führt die Katze nämlich die Bewegung (wahrscheinlich zu der Hand) nicht so bewusst durch, als wenn sie kein Lockleckerli sieht bzw. sie lernt nicht “Bewegung zur Hand / zum Target”, sondern immer nur, bei allen Tricks “Bewegung zum Leckerli”.

Jetzt kann man anfangen mit den ersten Tricks. Da man Katzen nicht irgendwelche Tricks aufzwängen kann, muss man schauen, was die Katze an Verhalten anbietet. Vielleicht kann man sie durch Zeichen oder Targets (beliebige Gegenstände) zu irgendwas animieren, so wie ich es mit unserem ersten Trick, dem High Five gemacht habe: Ich habe die Hand gehoben und gewartet, was die Katze macht. Ich weiß nicht, ob Patty wusste, dass mein Arm sowas wie ihre Pfote ist, jedenfalls hat sie ziemlich schnell einfach auch ihre Pfote gehoben. Das habe ich natürlich sofort geklickt, man nennt das auch “Verhalten einfangen”. Diese Übung haben wir ein paar Mal wiederholt, bis sie saß. Irgendwann habe ich nicht mehr nur geklickt, wenn Patty nur die Pfote gehoben hat, sondern nur noch dann, wenn ihre Pfote dann auch meine Hand berührte. Dazu habe ich dann irgendwann ihren Namen und das Kommando High gesagt, fertig war die Übung.

Für das Targettraining nimmt man einen Stab oder Stift, mit dem man die Katze etwas lenken kann. Zunächst übt man “Nase an Target”, was eigentlich ziemlich einfach geht, weil Katzen einfach alles anschnuppern, was man ihnen vor die Nase hält. Berührt sie den Stab, wird geklickt. Wenn das sitzt, kann man die Entfernung zwischen Katze und Stab vergrößern, um die Katze zum Folgen zu animieren. Dieses Hilfsmittel kann man später hervorragend benutzen, um neue Tricks einzuüben, wie zum Beispiel von Stuhl zu Stuhl oder durch Reifen springen. Targets können auch Spielmäuse, Bürsten oder Kartons sein. Sie eignen sich gut, um beim Clickern was Neues einzuführen. Ein neues Target bedeutet für die Katze, dass sie neues Verhalten anbieten kann / soll.
Es gibt die sogenannte “Kiste der 1000 Tricks” oder so ähnlich. Geübten Katzen kann man einfach einen Karton vor die Nase stellen und sie fangen an, irgendwelche Dinge mit dem Karton zu machen. Man klickt dann immer nur etwas, was sie vorher noch nicht gemacht hat. Die Katze muss also ganz erfinderisch sein, um an ihre Leckerlis zu kommen. Und erstaunlicherweise ist sie das auch, wenn sie erstmal weiß, was sie machen soll.

Ich bin ganz begeistert, wie gut das Clickertraining funktioniert. Leider mache ich es etwas zu unregelmäßig, weil ich nicht jeden Tag Zeit und / oder Lust dazu habe. Erstaunlicherweise kannten aber die Katzen auch nach zwei Wochen Pause noch ihre Tricks, insofern mache ich mir da nicht so einen Stress und versuche zumindest alle zwei, drei Tage entweder zu Clickern oder das Fummelbrett zu befüllen.

Besonders Patty ist sehr begeistert bei der Sache, wenn es los geht. Sie schnurrt dabei unentwegt und ist die meiste Zeit ganz aufmerksam. Sie lernt Dinge schneller als Selmi und bietet neues Verhalten schneller an. Besonders beim gerade neu gelernten “Platz” war es niedlich zu sehen, wie sie erst alle “alten Tricks” ausprobierte und als ich immer noch nicht klickte, sich endlich fallen ließ –> Klick! Sie war sofort Feuer und Flamme, was hatte sie gemacht dass es klickte? Kurzerhand schmiss sie sich wieder hin –>Klick! und schon hatte sie den neuen Trick fast drin. Das Kommando dazu, was man ja immer erst danach einführt, sitzt noch nicht ganz so sicher (Flache Hand auf den Boden und “Platz”), aber das macht nichts. Wir üben weiter. ;)

Ich habe mal versucht, ein paar Eindrücke von unseren Clickersessions auf Video festzuhalten. Das erste Video ist schon etwas älter, zu dem Zeitpunkt haben wir erst zwei Wochen geclickert, dafür aber täglich. Es sind die Tricks High Five, “Nase an Target” und Männchen zu sehen. Selma machte bis dahin nur widerwillig Männchen, manchmal hatte sie auch einfach keine Lust. Patty überschlägt sich fast vor Eifer.

Das zweite Video ist von heute und da macht auch Selma Männchen. Patty zeigt außerdem ihr Platz, allerdings nur mit wenig Elan. Ich hab dieses Mal etwas geschnitten, weil das Video ein paar Längen hatte und man ab und zu nichts sieht. Wir saßen heute extra vorm Fenster, damit die Aufnahmen etwas heller werden. Wenn wir aber den Clickerstandort wechseln, dann irritiert das scheinbar die Katzen, so dass sie nicht auf ihren Plätzen (=Deckchen) sitzen. Darum sitzt Selma meistens im Bild und nicht auf ihrem Platz…

Als Leckerli nehmen wir übrigens keine normalen gekauften Leckerli oder womöglich rohes oder getrocknetes Fleisch sondern Trockenfutter. Wegen Selmas Allergie gibt es hier ja kein Fertigfutter und auch keine gekauften Leckerlis mehr. Das Trockenfutter ist das Allergikerfutter vom Tierarzt, welches bei Selma keinerlei Reaktionen hervorruft und sich somit hervorragend als Clickerbelohnung oder um das Fummelbrett zu bestücken eignet. Ich würde sowieso jedem raten, von Fertigleckerlis Abstand zu nehmen, auch da sind nur ungesunde Dinge drin. ;) Außerdem verclickert man so viel, dass man der Katze keinen Gefallen tut, wenn man sie damit vollstopft.
Trockenfutter, manche nehmen auch Kittentrockenfutter, weil es kleiner ist, eignet sich dafür hervorragend. Und da man ja eh ansonsten im Alltag kein Trockenfutter füttern sollte, ist leckeres Trockenfutter für die Katze Belohnung genug, denn eigentlich mögen sie das ja doch ganz gerne.

Current Mood:Amused emoticon Amused

Popularity: 10%

Ähnliche Artikel:

  1. Verdruckt?
  2. Angriff der Killer Kellerspinnen
  3. Achtung, Katzenbeitrag!
  4. Fresskatzen
  5. Experiment Küken


Comments

2 Responses to “Clickertraining”

  1. martl sagt:

    wow das schaut total cool und einfach aus, hammer. vielleicht sollte ich das auch mal mit meinen katzen probieren, der eine ist schon so ein kleiner zirkusclown. coole tips auch mit den schnalzen und trockenfutter ;) gleich mal ausprobieren hehe!

  2. Kefa sagt:

    Danke! Ich wünsche euch viel Spaß dabei. Uns macht das Clickertraining viel Spaß. Patty schnurrt dabei ganz häufig laut. Sag Bescheid, wenn es bei dir die ersten Tricks zu bestaunen gibt. ;)

Leave a Reply

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: