Kefas Welt

aus dem Leben einer Referendarin

Experiment Küken

Posted By Kefa on 19. September 2009

Heute gibt’s mal wieder einen Beitrag zum Thema Katzenfutter, allerdings geht es dieses Mal um ganze Futtertiere. Da ich die Katzen ja roh ernähre, bin ich logischerweise auch der Verfütterung von Futtertieren nicht abgeneigt, denn das ist die natürlichste Art der Rohernährung für Katzen, die sich die Mäuse nicht selber fangen können. Momentan simuliere ich ja sozusagen die Maus nur, indem ich meine Barfrezepte mit entsprechenden Supplementen zubereite.

Es gibt eine Barf-Methode, die sich darauf beschränkt, abwechslungsreicher Fleisch und insbesondere Futtertiere zu füttern, um auf die Supplemente vollständig verzichten zu können. Das nennt man dann Barfen nach dem Prey-Modell. Da mir die Beschaffung von entsprechendem Fleisch und den Futtertieren zu kompliziert ist, werde ich erstmal weiterhin bei meinen Rezepten bleiben, allerdings füttern viele Barfer als Sonntagsschmaus wöchentlich ein Küken. Das wollte ich auch mal ausprobieren, also habe ich versucht, herauszufinden, wo es solche Küken überhaupt gibt. Natürlich kann man sie im Internet bestellen, genauso wie Mäuse in jeder Größe (Baby, Springer und ausgewachsen). Der einzige Haken dabei ist, dass man sie nur kiloweise bestellen kann. Es macht außerdem Sinn, sie in großen Mengen bzw. kombiniert mit einer großen Fleischbestellung zu verschicken, damit die Ware auch noch gefroren bei mir ankommt. Aber was mach ich mit 1-2 kg Küken, wenn die Katzen das nicht fressen?! Also war das zunächst keine Option.

Dann bin ich erstmal in zwei Zoohandlungen in Bremen gewesen. In Findorff gibt es eine kleinere Zoohandlung, die verkauft aber keine toten Mäuse oder Küken aufgrund von Tierliebe. “Wir verkaufen lebende Mäuse, da verkaufen wir die doch nicht als Futter!” *entrüstet guck* Nach einer kurzen Diskussion über artgerechte Ernährung versuchte die Verkäuferin noch, mir einzureden, dass die Katzen sich ja wer weiß was für Krankheiten von den Küken oder Mäusen holen können. Ich fragte dann mal nach, was für Krankheiten das denn wohl sein sollen, die für Schlangen ungefährlich sind, aber Katzen nicht. (Normalerweise sind diese Futtertiere nämlich für Schlangen u. ä. gedacht.) Ich halte Schlangen übrigens für empfindlicher als Katzen, aber gut… Darauf konnte sie mir leider keine zufriedenstellende Antwort nennen.Außerdem schätze ich die Infektionsgefahr durch eine Maus von der Straße ebenfalls als höher ein.

Als nächstes bin ich ins Futterhaus gefahren, allerdings eigentlich eher, weil ich da ein Ersatzteil für den Kratzbaum kaufen wollte. Ich habe nicht damit gerechnet, dass die Frostfutter haben. Hatten sie auch nicht. Die Verkäuferin hätte mir aber lebendige (!!!) Mäuse als Futtertiere verkauft. Ich war etwas schockiert und sah vor meinem geistigen Auge Patty hinter einer panischen Maus durch die Wohnung jagen… und lehnte dankend ab. Außerdem ist es übrigens per Tierschutzgesetz verboten, lebende Tiere zu verfüttern, es sei denn, das zu fütternde Tier (Schlange z. B.) frisst ausschließlich lebendes Futter und geht ansonsten ein.

Als nächstes versuchte ich über das Internet und sogar mit Hilfe der gelben Seiten, Reptilienläden in Bremen ausfindig zu machen. Scheinbar sind die noch nicht so weit, Internetseiten zu erstellen und ich fand so gut wie nichts. Einen Laden hätte es im Viertel geben sollen, aber vor Ort sah das dann doch eher wie ein Wohnhaus aus. Ich startete also einen Aufruf im Barfer-Forum, denn ich hatte die Hoffnung, dass ein Bremer Barfer vielleicht seine Bestellung mit mir teilt oder mir mal was zum Probieren abgibt… Da kam der Tipp: Wassenaar hat doch tatsächlich sowohl Mäuse als auch Küken zu verkaufen. Ich bin da also hin und hab mal eine Probepackung Babymäuse und 4 Küken gekauft.

Beim Umtüten und Einfrieren zuhause waren die Katzen schon ganz neugierig, also servierte ich ihnen direkt mal ein Mäus’chen, denn ich dachte: fangen wir mal klein an… Aber außer Spielen war damit nicht viel los. Sie blieben auch über Nacht liegen und ich entsorgte sie am nächsten Morgen. Ich war schon ganz enttäuscht und dachte, auch mit den Küken wird das nichts. Doch im Forum schrieb man mir, dass die Katzen oft eher auf Küken als auf Mäuse stehen. Also startete ich heute den Küken-Test. ;)

patty_kuekenGestern hatte ich zwei der Küken schon in den Kühlschrank gestellt, um sie langsam auftauen zu lassen. Bei uns darf auch kein Fremder in den Kühlschrank schauen, hrhr. Als ich sie heute rausholte, war Patty sofort da und war am rumbetteln, was sie sonst eigentlich gar nicht mehr macht. Ich stellte ihr also die Schale hin und startete die Kamera. :-D

Selma war auch einigermaßen interessiert, aber sie beschränkte sich auf’s Beschnuppern und Lecken, Patty fing recht schnell an zu speisen. Leider vergaß ich, die Küchentür zu schließen, so dass Patty, als sie sich zwischenzeitlich von Selma bedrängt fühlte, knurrend in den Flur rannte und fröhlich auf dem Teppich weiter aß. Ich lief ihr dann mit dem Set hinterher, das war etwas suboptimal, da ich ihr auch nicht zu nahe kommen durfte. Zwischenzeitlich aß sie dann im Flur und im Wohnzimmer weiter, bis ich ihr das Küken weg nahm und sie in der Küche einschloss… Da hat sie dann brav das komplette Küken, samt Beinen, Füßen und Schnabel aufgefuttert, während ich den Teppich im Flur und den Wohnzimmerboden putzte. Ich hätte nicht gedacht, dass sie das alles mit auffrisst. Leider war die Karte meiner Kamera am Ende voll, darum ist der Verzehr nicht komplett drauf. Das gibt’s dann mal beim nächsten Küken. ;-)

Anschließend hab ich Selma in die Küche gesperrt, aber sie war recht uninteressiert an ihrem Küken und jammerte nur rum, dass sie raus will. Also hab ich sie irgendwann raus gelassen und Patty hat dann auch noch das zweite Küken weggefräst. Danach musste ich erstmal die Küche wischen.

Aber tatsächlich, Küken scheinen sie also zu mögen, ich denke, wenn Selma erstmal mitkriegt, wie scharf Patty darauf ist, vielleicht probiert sie auch noch mal eines, wenn sie mehr Ruhe hat.

Was vielleicht in diesem Zusammenhang noch ganz interessant ist: Diese Küken sind Eintagsküken, alle männlich und ein Abfallprodukt der Eierproduktion. Von den ausgebrüteten Eiern können logischerweise nur die weiblichen Küken als Legehennen gebraucht werden. Die männlichen Küken werden also sofort nach dem Schlüpfen getötet. Davon kann man halten was man will, sie werden jedenfalls nicht gezüchtet und getötet, damit man sie verfüttern kann, wie es schätzungsweise bei den ganzen Futtermäusen der Fall ist. Die Tiere werden immerhin fachgerecht getötet und dabei nicht gequält.

Das erwähne ich übrigens absichtlich, um dem Aufschrei: “Wie kannst du nur!” zuvorzukommen. Ja, ich weiß, wo die Küken her kommen. Und jeder, der sich darüber aufregen möchte, darf gerne aufhören, Eier zu essen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich meine Katzen artgerecht ernähre und sie nicht, wie viele andere, mit krank und süchtig machendem Fertigfutter vollstopfe. (Dazu gab’s jetzt übrigens auch grad einen Artikel auf Spiegel.) Ich betone das so, weil viele Barfer im bösen Internet gerne mal angefeindet werden. Nur zu, ich steh dazu! ;-)

So, wer jetzt noch Lust hat, kann sich das Ganze auch in bewegten Bildern und Farbe angucken. Meine Rumrennerei mit dem Set hab ich mal rausgeschnitten… :-D Und wie gesagt, leider ist nicht alles drauf, weil die Karte am Ende des zweiten Films voll war. Wer zart besaitet ist, guckt sich das besser nicht an. Ich muss aber sagen, ich hätte mir das schlimmer vorgestellt.

Guten Appetit!


Teil 1


Teil 2

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Comments

One Response to “Experiment Küken”

  1. Adirana sagt:

    :) stell dir vor, das wuerde leben, was haette dir einen spass dabei!

    :D

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