Kefas Welt

aus dem Leben einer Referendarin

Wochenende in Hamburg

Posted By Kefa on 7. September 2009

Am letzten Wochenende haben Fenris und ich mal wieder Kaoz und Annie in Hamburg besucht. Seit die beiden nicht mehr in Bremen um die Ecke wohnen, verlegen wir unsere Treffen auf ganze Wochenenden. ;-)

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img_1908Dieses Mal hatten wir unter anderem vor, auf das Mittelalterfestival im Öjendorfer Volkspark zu gehen und die Wettervorhersage versprach, dass wir zumindest am Samstag Nachmittag trocken blieben. Wir fuhren also nach dem Spätstück am Samstag zum Öjendorfer Park und brauchten vom Parkplatz aus eigentlich nur noch den mittelalterlich Gewandeten zum Spectaculum folgen. Dort angekommen gab es viel zu sehen. Neben den ganzen mittelalterlichen Ständen konnte man sich eigentlich nicht sattsehen an den ganzen mittelalterlich gekleideten Menschen. Von schwer bewaffneten Männern in kompletter Kettenrüstung über Jäger,  Gaukler, feine Damen, Bäuerinnen, heruntergekommenen Gefangenen, vermeintlichen Hexen oder Fantasiewesen konnte man alles mögliche bestaunen.

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Einige hatten Hunde oder sogar Frettchen dabei, eine Frau führte ihren Esel auf dem Gelände herum. Ab und zu sah man Ritter zu Pferd herumreiten, die zum später stattfindenden Ritterturnier gehörten.  Überall hatten die Schausteller ihre Lager aufgeschlagen. Manche waren sehr prunkvoll, andere eher einfach gehalten. Überall saßen Leute und köchelten oder grillten über offenem Feuer. Es machte richtig Spaß, über das Gelände zu schlendern und diese Eindrücke aufzunehmen. Gleich zu Beginn wurden wir an einer Bühne aufgehalten und schauten uns eine amüsante Jongleursvorstellung an. Es gab vier Bühnen, auf denen rund um die Uhr Programm geboten wurde, so dass wir uns irgendwann wieder losreißen mussten, um überhaupt weiter zu kommen. Das Gelände war riesig.

img_1912Schon von Ferne hörte man eine mittelalterliche Band spielen, deren Namen wir allerdings leider nicht erfahren haben. Sie coverte hauptsächlich In Extremo, vor der Bühne ging es ziemlich ab. Als wir in Sichtweite zur Bühne kamen, traf uns der erste Regenschauer. Wir konnten noch gerade an einem Teestand einkehren, der aber auch nur unzureichenden Schutz bot. Leider gab es da keinen Met, sonst wären wir wohl auch noch etwas länger geblieben. Überhaupt gab es auf dem ganzen Markt nur einen Met-Stand (allerdings ohne Sitzplätze), die “Tavernen” waren allesamt recht lieblos gestaltet und es gab Flaschenbier. Kein Vergleich zu der Taverne, die man aus Bremen vom Mittelaltermarkt kennt. An dem einen Met-Stand konnte man zwar nicht richtig einkehren um Met zu trinken, aber man konnte in einem kleinen Becher alle möglichen Sorten Met probieren. Dort haben wir ein Weilchen verbracht und Met gekostet. Drei der Sorten haben wir dann auch gleich mitgenommen.

Fenris hielt immer wieder Ausschau nach einer geeigeneten Waffe, denn er wollte sich endlich mal einen ordentlichen Zweihänder kaufen. Auch beim Bogenbauer standen wir eine ganze Weile und bestaunten die Bögen und Pfeile. An vielen Ständen hatte man die Möglichkeit, selbst zu schießen.

Zwischendurch kam man an riesigen Strohspielplätzen vorbei, die aus aufeinander liegenden Heuballen bestanden. Darin / darauf befanden sich 20-30, auch größtenteils verkleidete Kinder, die eine Menge Spaß hatten.

img_1920Wir erreichten einen großen Turnierplatz, auf dem es gerade eine kleine Show zu Pferd gab. Wir erkannten die Schausteller sofort, den Bösewicht hatten wir schon mal auf dem Mittelaltermarkt in Dornum gesehen. Wir nahmen uns vor, pünktlich zum Ritterturnier wiederzukommen. Fenris und ich gönnten uns zum Turnier “Odins Trunk” in Flaschen und wir schauten den Reitern gespannt zu. Leider wurde das Vergnügen ein wenig getrübt durch zwei ziemlich betrunkene und unangenehme Vollpfosten schräg vor uns, die zu allem einen völlig idiotischen Kommentar ablassen mussten. Zwischen denen und uns saß dummerweise auch noch eine Frau, die das so lustig fand, dass sie sich kaum noch eingekriegt hat vor Lachen. Ich war froh, dass sowohl Fenris als auch ich noch keinen Zweihänder dabei hatten. Bei solchen Typen kann man echt agressiv werden, vor allem, wenn sie so laut sind, dass man den Herold, der das Spektakel mit Mikro (!!!) kommentierte, nicht mehr versteht. Da blieb uns nur böse gucken…

Das Turnier bzw. der Wettkampf, der davor noch stattfand, waren ansonsten ganz unterhaltsam. Die Reitkünste der Schausteller fand ich ziemlich beeindrucken (nicht, dass ich Ahnung hätte… ;-) ).

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Leider fing es auch hier mitten in der Vorstellung an zu schütten und die Leute hatten natürlich nichts besseres zu tun, als alle ihre Regenschirme aufzuspannen. Insbesondere, wenn sie in den ersten Reihen sitzen, ist das natürlich ziemlich blöde, weil dann alle anderen nichts mehr sehen. Fenris und ich hatten in weiser Voraussicht Regenjacken mit, die wir dieses Mal auch rechtzeitig rausgeholt hatten. Ich finde, auf Festivals sollte Regenschirmverbot und Regenjackenpflicht herrschen. Regenschirme sind in Menschenmengen sowieso ätzend, weil große Menschen sie dauernd in den Augen oder Ohren haben. Außerdem gehen Leute mit Schirm meisten ohne Rücksicht auf Verluste durch die Menge und motzen noch, wenn sie einem den Schirm ins Gesicht rammen, weil man “im Weg” steht. Wir haben uns dann kurzer Hand hingestellt, sehr zum Bedauern der hinter uns Stehenden, die dann gar nichts mehr gesehen haben. Wir sind ja nicht gerade die Kleinsten. Die armen Ritter auf den Pferden haben tapfer ihre Show durchgezogen. Einige Schausteller, die sonst noch so rumliefen, haben sich Regenjacken aus blauen Müllbeuteln gebastelt, was für ein Stilbruch… :-D

img_1928Nach diesem Event sind wir dann Richtung Ausgang gegangen. Wir waren recht nass und kalt und hatten schwere Füße. Außerdem war es inzwischen schon recht spät und wir hatten Hunger. Wir hatten unterwegs zwar Fischbrötchen bzw. Rittersteak gegessen, aber das war schon wieder eine Weile her und die Schlangen an den Fressbuden waren viel zu lang.

Glücklicherweise fand Fenris noch einen Waffenstand kurz vor dem Ausgang, so dass er sich ein kleines Äxtchen zulegen konnte. :-D

Außerdem haben wir den weltallerbesten Grill gesehen. Den hätte ich wohl gerne mal in Aktion gesehen.

Das mit dem Wetter war etwas schade, weil es sicherlich noch ein tolles Abendprogramm gab. In unserem Zustand hatten wir aber keine Lust, noch länger in dem Matsch herumzuwaten. Respekt an die Schausteller, die bei solchen Märkten bei jedem Wetter in ihren Zelten wohnen. Ich glaub, das ist ne echt spannende Erfahrung.

Unsere Ausbeute:

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img_1976Wir haben den Abend dann noch mit Spiel und Met ausklingen lassen. Dabei leisteten uns die Ratten von Kaoz und Annie Gesellschaft. Streifer, der alteingesessene Ratterich, kam nach anfänglichen Hemmungen dann doch noch aus dem Käfig und lief uns allen über die Schultern und Arme. Irgendwann durfte er dann auch mal auf den Tisch und er fing an, uns die Spielfiguren zu mopsen.

Nach Spielende durfte er nach Herzenslust über das Spielfeld hüpfen. Mich hat das irgendwie an Sim City und die Katastrophen erinnert, die man über seine schönen gebauten Städte schicken konnte. Streifer wütete, wie man sieht, in Carcassonne. :-D

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Die drei neuen Ratten Yoda, Obi Wan und Chewbacca (das Star Wars Rat Pack) hielten sich sehr zurück, aber sie waren auch erst am Freitag eingezogen. Immerhin durften wir an dem Wochenende miterleben, dass die beiden Größeren den kleinen Yoda schon mit in die Schlafecke ließen und er sich an sie kuscheln durfte. In der ersten Nacht musste der Kleine nämlich noch ganz alleine schlafen, aber inzwischen kuscheln sie zu dritt. Ich bin gespannt, was Streifer dazu sagt, wenn die Käfige wieder verbunden werden…

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Das Wochenende hat jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, trotz Regen. ;-)

Ich freu mich schon auf das nächste Treffen, dann wieder in Bremen.

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Comments

4 Responses to “Wochenende in Hamburg”

  1. flippah sagt:

    hat die Gruppe wirklich “In Extremo” gecovert oder hat sie die selben alten Lieder gespielt, die auch “In Extremo” spielen?
    Das meiste von denen ist ja altes Liedgut in moderner Aufmachung.

  2. Kefa sagt:

    Naja, zumindest klang es wie die Interpretationen von In Extremo und nicht nach eigenen Umsetzungen der mittelalterlichen Lieder.

    Edit Blogbeitrag: Ich hab nun übrigens auch die Bilder endlich hingewurschtelt, wie es sein soll… :-D Ich sollte mir angewöhnen, die Vorschau zu benutzen, wenn ich Bilder einbinde…

  3. fenris sagt:

    also es waren lieder die man auch von in extremo kennt, wer da nu wen wie covert und woher das urspruenglich kommt weiss der geier. auf jeden fall rockten die richtig gut, da wars auch egal, dass wir im regen am teestand waren und nicht am metstand. ;)
    apropos metstand, da gabs noch nen zweiten, aber da kamen wir erst dran vorbei als wir schon drei liter gekauft hatten.
    waffenlaeden gabs auch mehrere, aber irgendwie konnte ich mich nicht so richtig entscheiden, und so gtanz guenstig sind die dinger ja nun auch nicht, aber die axt war dann ein guter kompromiss zwischen “unbedingt mal sowas in der art haben wollen” und der preisfrage.
    gibt uebrigens tolle sachen bei http://www.arms-armor.com
    sonst wuesst ich nu erstmal nix mehr zu maekeln. ;)

  4. [...] Wochenende in Hamburg Kefas Welt – PeopleRank: 1 – 07.09.2009 …Obi Wan und Chewbacca (das Star Wars Rat Pack) hielten sich sehr zurück, aber sie waren auch erst am Freitag eingezogen. Immerhin durften wir an dem Wochenende miterleben, dass die beiden Größeren den kleinen Yoda schon mit in die Schlafecke ließen… + voten [...]

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