Kefas Welt

aus dem Leben einer Referendarin

Google Analytics

Posted By Kefa on 23. Juli 2009

Ich will schon seit ca. zwei Wochen über etwas berichten, auf das mich meine Arbeitskollegin aufmerksam gemacht hat. Heute nehm ich mir jetzt einfach mal die Zeit dafür, sonst wird das nie was.
Und zwar habe ich mir die Firefox-Plugins Ghostery und Ad-Hacker für den Firefox installiert. Diese zeigen mir beim Surfen auf jeder Seite an, welche Tracker oder Skripte im Hintergrund laufen und so meinen Besuch festhalten. (Die beiden Plugins machen eigentlich das gleiche, aber ich wollte mal gucken, ob mir eines mehr anzeigt als das andere. OnTRAXX macht auch das gleiche, lief aber bei mir nicht.) Unterstützend hab ich auch noch Adblock Plus installiert, um ggf. irgendwelche Dinge gleich zu blockieren. Ich sehe jetzt also dauernd, welche Tracker die Webseiten so benutzen und dabei lässt sich erschreckenderweise feststellen, dass ziemlich viele Seiten Google Analytics (GA) benutzen. Viele davon haben noch nicht mal die von Google vorgegebenen Datenschutzbestimmungen (Punkt 8 ) in ihrem Impressum oder ihren Datenschutzhinweisen.

Doch damit nicht genug. GA zu nutzen ist datenschutzrechtlich wohl nicht ganz ohne. Im Januar 2009 hat das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein eine datenschutzrechtliche Bewertung des Einsatzes von Google Analytics veröffentlicht. Darin wird erklärt, warum GA eben gerade nicht anonyme Statistikdaten erhebt, sondern personenbezogene Daten. Sobald man eine Seite ansurft, die GA benutzt, wird auf dem Rechner ein “First Party Cookie” angelegt, dass einen auch nach einem Reconnect (andere/neue IP) eindeutig identifizieren kann. Dadurch kann das Surfverhalten von völlig unterschiedlichen Tagen mit verschiedenen IPs von Google einer Person zugeordnet werden. Schlimmer wird es noch, wenn diese Person auch noch Googlemail verwendet. Die Infos, die daraus erstellt werden können (Kontakte, Mailinhalte), sind auch eindeutig zuordenbar. Und da Googlemail z. B. Werbung anhand der aus dem Text der Mail gefilterten Schlagworte generiert, möchte ich gar nicht wissen, was für Infos das alles so sind.

Ein weiterer Knackpunkt an der Sache ist, dass die Daten an Google übermittelt werden. Das bedeutet, der Webseitenbetreiber gibt ganz automatisch personifizierte Daten der Benutzer an Google weiter, auch wenn er noch so groß in seiner Datenschutzbestimmung schreibt, dass keine personenbezogenen Daten an Dritte weitergegeben werden. Ich frage mich, wie dieser Widerspruch rechtlich zu bewerten ist. Viele “seriöse” Webseiten, bzw. welche, die man normalerweise dafür halten würde (z. B. die einer norddeutschen Tageszeitung) haben nämlich brav das Google-Zitat eingefügt und schreiben munter dazu, dass keine Daten weitergegeben werden. Sehr professionell… Außerdem ist es dem Nutzer so nicht möglich, seine hinterlassenen Spuren irgendwie zu löschen bzw. vom Webseitenbetreier löschen zu lassen. Denn der hat ja auch keine Kontrolle über meine personenbezogenen Daten. Google behält sich vor, die übermittelten Daten zu speichern, zu verarbeiten und an Dritte zu übermitteln (Punkt 6 der Stellungnahme).

Den Vogel abgeschossen hatte übrigens die Seite www.dud.de (Zeitschrift “Datenschutz und Datensicherheit”), welche die Anwendung von GA nicht im Impressum oder in den Datenschutzbestimmungen vermerkt hatte und dazu noch schrieb, dass keine Daten weitergegeben werden. Und das als Zeitschrift, die sich mit Datenschutz und Datensicherheit beschäftigt. Bemerkt wurde das schon im Juni 2009, z. B. vom Datenschutzblog und von Jurablogs (Jurablogs benutzt erschreckenderweise auch GA, ganz toll). Ich hab dann kurzerhand, wie meine Kollegin auch, DuD angeschrieben und die Datenschutzbeauftragte darauf hingewiesen. Inzwischen benutzen sie kein GA mehr, eine Antwort auf meine Mail hab ich allerdings auch nicht bekommen.

In der Stellungnahme vom Datenschutzzentrum steht am Ende “Die Aufsichtsbehörden des Bundes und der Länder stehen mit der Google Germany GmbH im Gespräch, um einen rechtskonformen Einsatz dieses Dienstes zu ermöglichen.”

Ich frage mich, ob die schon zu einem Ergebnis gekommen sind, bisher habe ich dazu keine Infos gefunden. So lange werde ich wohl Seiten meiden, die GA benutzen. Außerdem schreibe ich, wenn ich Langeweile hab (was momentan nicht oft vor kommt), den jeweiligen Betreibern eine Mail, um sie darauf hinzuweisen. Glücklicherweise haben beide Katzenforen, in denen ich aktiv bin, GA sofort abgestellt. Reliwa hingegen benutzt es noch immer, trotz beantworteter Mail. Schade eigentlich, denn die Seite gefiel mir.

Man kann übrigens mit dem Plugin “BetterPrivacy” für den Firefox diese “Super-Cookies” beim Schließen des Browsers automatisch löschen lassen. So kann Google beim nächsten Mal Browser öffnen nicht die Daten von der letzten Surfrunde mit der aktuellen verbinden. Hoffe ich zumindest.

Google ist mir echt unheimlich…

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Comments

7 Responses to “Google Analytics”

  1. anyuser sagt:

    Anbei: Entdeckt wurde das DuD-Problem im Juni 2009 von ebendieser Kollegin, die Blogs waren nur Drittverwerter.

  2. Kefa sagt:

    Die Blogs haben ja auch nicht gerafft, dass das “Nichterwähnen des GA-Zitates” hier NICHT das größte Problem ist.

  3. spektrum sagt:

    So, ich habe nun auch mal das Ghostery plugin installiert. Immerhin, Deine Seite ist sauber :)

    Gab es nun eigentlich Unterschiede zwischen Ghostery und Ad-Hacker, oder haben beide dasselbe gefunden (wovon ich mal ausgehe)?

  4. Kefa sagt:

    Sehr gut! :)
    Also bisher hab ich keine Unterschiede zwischen den beiden Plugins feststellen können.

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  6. [...] (GA), welchen ich wenigesten auch hier kurz kommentieren will. Schließlich habe ich mich schon öfter hier auf dem Blog über das angeblich so praktische Analysetool ausgelassen und werde nicht müde, [...]

  7. [...] mal wieder Neues von der Google Analytics-Front. Die Problematik habe ich ja bereits hier, hier und hier angesprochen. Es geht darum, dass Webseitenbetreiber, die Google Analytics (GA) nutzen, sich in den [...]

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